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Syndikatshof

Adresse

Am Norderstädtischen Markt 8
27283 Verden (Aller)
Website: www.verden.de

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Syndikatshof, historisches Gebäude im Stil der Weserrenaissance (Rückseite)

Der Syndikatshof am Norderstädtischen Markt gehört zu den ältesten Häusern und bedeutendsten Baudenkmalen der Stadt Verden. Das herausragende Baudenkmal ist ein wichtiger Zeuge für die Bau- und Stadtgeschichte Verdens.

Im Stil der Weserrenaissance wurde das Syndikatshaus 1590 teilweise aus Steinen des ehemaligen Klosters „Mariengarten“ erbaut. An diesem Standort befand sich von 1476 bis etwa zur Einführung der Reformation in Verden 1568 ein Kloster der Augustinerinnen.

Dieses Anwesen wurde Ende des 16. Jahrhunderts als Dienstwohnung des städtischen Syndikus (Rechtsbeistand der Stadt), der gleichzeitig auch Stadtrichter war, genutzt. Eine grundlegende Sanierung erfolgte unter Syndikus Ramdohr im Jahre 1736. Die Mauerarbeiten wurden damals von Meister Binnemann durchgeführt, der gerade den Bau des Rathauses vollendet hatte. Neben dem Hauptgebäude bestand der Hof noch aus einigen Wirtschaftsgebäuden zur Viehhaltung und für das Gesinde, denn die geringen Bezüge der Stadt wurden damals mit Naturalien ergänzt. 1852 erfolgte die Trennung von Verwaltung und Justiz. Das als „Syndikatshof“ bezeichnete Gebäude war lange Zeit ein bürgerliches Wohnhaus.

Straßenseite 1966

Der Balkon am Westende wurde 1905 angefügt. Der Kaminsims wurde aus dem Gebäude herausgeholt und an der Terrasse unter dem Balkon befestigt. Jetzt befindet sich der Kaminsims im Foyer des Domherrenhauses. Die Wappen erinnern an den Erbauer des Syndikatshofes Hermann Niger und seine “Hausfrau” Eva Musäus.

Fächerrosette

Knagge

Die Fächerrosette und die Knagge sind Schmuckelemente am Fachwerk, das ursprünglich an allen vier Seiten das 1. Obergeschoß zierte. Die Knagge sorgte für den Abschluss der vom Hof zur Straßenseite verlaufenden Schwellen. Die schlichte Bemalung erfolgte mit einem Kalk- und Rötelanstrich.

In der Epoche der Weserrenaissance wurde es Mode, bei herrschaftlichen Gebäuden die Etagen mit repräsentativen Treppentürmen zu erschließen. Der Bauherr des Syndikatshauses brachte die Idee vermutlich aus Helmstedt mit, wo er zuvor als Juraprofessor Vizedirektor der Universität war.

Die Sandsteinsimse dienen der optischen Gliederung der Backsteinfassade und der Abwehr von Niederschlagswasser. Die Abschrägung der Fenster liegt parallel zum innen liegenden Sandsteingeländer der Wendeltreppe. Die Turmstube ist jünger als das Treppenhaus und dürfte ein altes Provisorium sein.

Vermutlich war eine aufwendigere Dachhaube vorgesehen und vielleicht auch ausgeführt worden, um über den südlich aufragenden First des Hauses hinüber schauen zu können.

Das Innere des Turms ist für die Öffentlichkeit aus Sicherheitsgründen nicht frei gegeben!

Kellergewölbe 

  

Nach der Reformation, die erst um 1567 in Verden ankam, verfiel das Augustinerinnenkloster auf dem Grundstück gänzlich. Der zweite protestantische Bischof in Verden Philipp Sigismund schenkte das Anwesen seinem bischöflichen Kanzler Hermann Niger, der von der Universität Helmstedt kommend 1592 hier seinen neuen Sitz errichtete. Der Keller des Hauses ist wahrscheinlich noch ein Rest des Klosters Mariengarten, dessen Ostwand mit bis zu 1 m langen Findlingen im Kellerbereich aufgebaut wurde.  Das Gewölbe wird aus sich kreuzendem Tonnengewölbe und Kappen gebildet. An der Kellerdecke konnten Räucherwaren an Holzstangen, die in Eisenringe gesteckt wurden, aufgehängt werden.

Teilbereiche des Kellers sind verschüttet. Im unteren Bereich der Grundmauern befinden sich Findlinge. Die lichte Höhe des Kellers beträgt etwa 2,30m.

 

 

Weitere Standorte historische Beschilderung

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