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Scharfrichterhaus

Adresse

Piepenbrink 1
27283 Verden (Aller)

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In diesem Fachwerkhaus (gebaut 1553, umgebaut 1714/15), umgangssprachlich auch Bödelei genannt, lebten die Verdener Scharfrichter. Sie galten als ehrlos und hatten die Aufgabe, Geständnisse bei einem Delinquenten zu erzwingen und Urteile zu vollstrecken. Auf Grund ihres Wissens renkten sie aber auch Gliedmaßen ein und beseitigten tote Tiere.

Im Turm (um 1210) oder im Haus selbst fand die „Peinliche Befragung“ statt, d.h. der Beschuldigte wurde zum Geständnis gezwungen, da die Justiz keine Indizienbeweise kannte. Recht sprachen damals der Bürgermeister und der Rat. Die eigentlichen Bestrafungen und Hinrichtungen fanden im Mittelalter und in der Neuzeit auf dem Rathausvorplatz, dann bis 1850 vor den Toren der Stadt und später im Hof des Landgerichts statt. Bis 1831 bewohnten Scharfrichter das Haus am Piepenbrink mit Hofraum, einem kleinen Garten und dem Wehrturm. 1838 wurde der Wehrturm auf seinen fünf Stockwerken zu einem Gefängnis mit acht Zellen und einer Wachstube ausgebaut.

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