Bürgerstraße
27321 Thedinghausen
Telefon: (04204) 308
Website: www.kirche-thedinghausen.de

Maria-Magdalena-Kirche
Erste Vorgängerkapellen reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. 1593 stürzte die erste Kapelle ein. In den folgenden Jahren wurde aus einer Linde heraus gepredigt. 1610 erfolgte dann ein Neubau, der jedoch schon 1630 wegen Baufälligkeiten zusammenfiel. 1643 wurde erneut mit einem Neubau begonnen - eine Fachwerkkapelle mit einem Turm aus Ziegelsteinene. Der heutige Kirchbau wurde im Jahre 1870 im neugotischen Stil vom Baumeister Ernste Wiehe errichtet.
Ihren Namen bekam die Kirche von Maria-Magdalena. Nach Lukas 8,2 hatte Jesus sie von bösen Geistern und Krankenheiten befreit. Daraufhin wurde sie eine seiner Jüngerinnen und gehört zu den ersten Zeuginnen der Auferstehung von Jesu am Ostermorgen.
Der Turm ist charakteristisch für unsere Kirche: Er ist schmal und 42m hoch. In diesem schmalen Turm haben vier Glocken übereinander hängend ihren Platz gefunden. Nur eine Glocke war während des Krieges hängen geblieben. Diese G-Glocke wurde 1926 bei Otto in Hemelingen gegossen und trägt die Inschrift "Friede auf Erden".
Bei der gleichen Firma wurden nach dem Krieg zwei neue Glocken gefertigt und 1953 geweiht. Die A-Glocke trägt die Inschrift "Ehre sei Gott in der Höhe" und die C-Glocke "Den Menschen ein Wohlgefallen". Zusammen mit der alten Glocke geben sie somit die Weihnachtsbotschaft aus Lukas 2,14 wieder. Am Erntedanktag 1954 kam noch die 22 Zentner schwere E-Glocke hinzu. Die Inschrift über dem Haupteingang lädt mit einem Wort aus Matthäus 11,18 zum Betreten, zur Besinnung und zum Kraft-Schöpfen ein: "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken."
Das Gestühl der Kirche wie auch die Kanzel, Altar und Empore sind aus Eichenholz gearbeitet. Die Emporen laufen wie Schmuckgalerien um den gesamten Innenraum und lassen das Mittelschiff optisch besonders hoch erscheinen, weil sie von der Orgelempore an vorgebaut sind und so das Blickfeld einengen.
Der Taufstein stellt stilistisch gesehen den Übergang von der Romantik zur Gotik dar. Die Taufschale aus Messing stammt aus dem 18. Jahrhundert. In gotischer Schrift ist das Bibelwort aus dem Markusevangelium 10 eingraviert: "Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht."
Der Altarraum selber wird durch Gitter von dem Kirchenschiff getrennt. Die Apsis ist beidseitig nach innen versetzt. Auf der Schnittlinie steht der Altar. Sein hölzener Aufsatz ist zu einem Mittelkreuz ausgearbeitet, das von zwei Kerzen umgeben wird.
Die Fenster im Altarraum stammen aus dem Jahr 1990. Sie wurden entworfen und gefertigt von Hein Lilienthal aus Bremen-Lesum.
Auf dem linken Fensterbild ist die Vorgeschichte der Auferstehung zu sehen: Judäs verrät im Garten Gethsemane Jesus durch einen Kuss (Markus 14,44 ff.). Daneben liegt der Beutel mit dem Geld für den Verrat (Matthäus 27,3-5). Im oberen Abschnitt des Bildes ist der Hahn erkennbar. Er ist das Zeichen für das Versagen des Petrus (Markus 14,73).
Auf dem rechten Fensterbild dominiert die Gestalt einer Frau. Es ist Maria-Magdalena, die Namenspatronin unserer Kirche.
Im mittleren Bild fällt die Gestalt des auferstandenen Herrn sofort ins Auge. Das Grab ist offen. Jesus wendet sich nach oben. Unter seinen Füßen lässt er alles Gewesene zurück. Der Blick wird in die Zukunft gelenkt, zum himmlischen Jerusalem mit seinen strahlenden Licht. Durch alles hindurch zieht sich blaue Farbe - Symbol der Hoffnung und der Treue Gottes.