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St. Michaelis Kirche zu Intschede

Adresse

Intscheder Dorfstraße
27337 Blender, Ortsteil Intschede
Telefon: 04233 411
Website: www.kirche-intschede.de

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Öffnungszeiten

Die Kirche trägt das Signet "verlässlich geöffnete Kirche" und bietet Radfahrern oder Besuchern die Möglichkeit einzutreten und die Kirche zu besichtigen.

Weitere Informationen

St. Michaelis Kirche

St. Michaelis Kirche

Namensgebend für unsere Kirche ist der Erzengel Michael, der auch im Siegel auf kirchlichen Urkunden zu sehen ist. Er ist einer der bekannten Engel des Alten Testaments, der Anführer gegen alle gottfeindlichen Gewalten. Dargestellt als Drachentöter erinnert er an den Siegfried der deutschen Sage, mit Speer oder Schwert entspricht er dem mittelalterlichen Denken.

Die seit 1120 selbstständige Kirche St. Michaelis zu Intschede ist die älteste Tochterkirche der Kolegiatkirche Lunsen. Der erste Kirchbau ist schwierig zu datieren; urkundlich ist aber spätestens 1347 eine Kirche erwähnt.

1819 - die Jahreszahl steht über dem Turmportal - ist das jetzige Gotteshaus durch den königlich-hannoverschen Oberlandbaumeister Johann Friedrich Paulsen gebaut worden. Es handelt sich um einen klassizistischen Bau, ähnlich der etwa zur gleichen Zeit entstandenen Nachbarkirchen in Blender und Oiste, der als Saalkirche ausgebaut und mit fast 500 Sitzplätzen versehen wurde.

Die grüne Patina des kupfergedeckten Turmes, der kräftige Rotanstrich von Turm- und Kirchenmauern und der schwarze Schiefer des Daches passen in einer so glücklichen Weise zusammen, dass das zwischen Laubbäumen liegende Gotteshaus den Eindruck einer Dorf- und Bauernkirche macht. Von welcher Seite man auch kommt, ob von Verden, Thedinghausen oder Daverden überall gewinnt man den Eindruck von einem Bauwerk, das in unsere Landschaft hineingehört.

Das Mansardendach hat zehn rechteckige Fenster in sogenannten ausgebauten Gauben oder Gaupen, von denen sich auf jeder Längsseite fünf befinden. Mit den Großfenstern beider Längsseiten wird eine nicht vermutete Helligkeit im Inneren der Kirche erreicht. Der an die Hallen- oder Saalkirche angebaute wuchtige viereckige Turm ist mit einem achtkantigen Turmhelm gekrönt, der in jeder Weise für ein klassizistisches Bauwerk angemessen ist.

Ein Messinggriff an der Eichentür des Turmportals weist in seiner Fischform auf Christus hin und ein flacher Dreiecksgiebel über der Tür greift den griechischen Giebel über dem Altar im Inneren der Kirche auf. Der erste Blick fällt auf den Chorraum, in dessen Mitte ein Kanzelaltar das ganze Interesse auf sich zieht. Ursprünglich waren Altar und Kanzel an der Altarrückwand übereinander angeordnet. Beide wurden eingefasst durch die auf einem Unterbau hoch aufgetragenen vier Rundsäulen mit ihren Basen und Kapitellen, deren korbartig gearbeitete Kerne von Akanthusblättern umgeben sind. Über den Säulen liegt das waagerechte Gebälk, der sogenannten Architrav, der mit dem erwähnten flachem griechischen Giebel überbaut ist. Es handelt sich um das Stilzeitalter des "Empire" aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Dreicecksgiebel wiederholt sich noch ein drittes Mal im Goldrahmen des Altarbildes an der Rückwand des Altarraums. Das Bild ist eine Kopie des berühmten "Abendmahls" von Leonardo da Vinci.

Noch zwei weitere Betonungen des Altars sollen herausgestellt werden. Zunächst ist ein breiter friesahnlicher Streifen nicht zu übersehen, der wie ein heruntergesetztes Architrav in Kapitalhöhe das Kirchinnere umläuft - vom Heiligtum ausgehend und zu ihm zurückführend. Gleichzeitig wird durch ihn eine Absetzung der senkrechten Mauern vom Tonnengewölbe erreicht. Wir sehen aber auch, wenn wir in den Chorraum vortreten, dass der Altar aus der Rückwand vorgezogen und damit absolut in den Mittelpunkt gestellt wurde.

Mittlerweile wurden auf Beschluss des Kirchenvorstands hin die Kirchenbänke in die Seitenschiffe verlegt und die Gemeinde sitzt seitdem auf Stühlen. Dies erlaubt eine variable Nutzung des Kirchenraums. Eine kleine Teeküche und ein WC wurden ebenfalls installiert.

Das Kircheninnere besticht durch seine Helligkeit und angenehme Farbgebung. Die zarte Maserung der korinthischen Säulen, die Goldarbeiten an Basen und Kapitellen, an Taufstein, Kanzel und Christuskorpus des Altarkreuzes ergeben mit dem weißen Ambo - einem schon in altchristlichen Kirchen üblichen kanzelartigen Lesepult - und den weißen Bänken und Stühlen der Kirche eine Freundlichkeit, die noch verstärkt wird durch díe sonnengelb gestrichene Wände. Blau gehaltene Emporen passen sich dem Farbbild der Kirche an, die mit hellen Sollingsandsteinplatten ausgelegt ist. Ein gewebter Altarteppich sowie ein Altarbehang, der an Christis Gleichnis vom Weinstock und den Reben erinnert, lenken unsere Gedanken in die an dieser Stelle gewünschte Richtung. Das gotische Kruzifix auf dem Altar wird von zwei gusseisernen Leuchtern flankiert, die zu ihrer Zeit großes Können der Gießereien erforderten.

Ein weiterer Schatz der St.-Michaelis-Kirche ist die 1849/50 vom hannoverschen Orgelbauer Eduard Meyer erbaute Orgel. Diese romantische Orgel ist nie grundlegend verändert worden. Dank mancher Renovierungen - zuletzt im Jahr 2009 - ist sie in gutem Zustand und ein von Orgelkennern wertgeschätztes Instrument.

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