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Behrenhof Thedinghausen

Adresse

Deichstraße 5
27321 Thedinghausen
Telefon: 04204 88-22
Telefax: 04204 88-44
E-Mail: touristik@thedinghausen.de

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Behrenhof Thedinghausen

Behrenhof Thedinghausen

Doktor Frische und der Behrenhof

Der Behrenhof, in der Bürgerei Nr. 13 gelegen (jetzt Deichstraße 5), müsste eigentlich Frische(n)hof heißen.

Der zu Lebzeiten in weitem Umkreis berühmte Landarzt und Chirug Gerhard Frische ließ das niedersächsiche Hallenhaus als Vierständer-Fachwerkhaus im Jahre 1700 errichten. Die Inschrift im Spruchbalken verweist auf den Zimmermann. Damals standen neben dem Haupthaus mit doppelstöckigem Kammerfach noch Scheune, Backhaus, Ölmühle, Kornspeicher und ein sogenanntes "Tollhaus", vermutlich eine Krankenstation.

Die Hoferbin und Ururur-Enkelin von Gerhard Frische heiratete 1808 den Steuereinnehmer Behr aus Hoya. Seit der Zeit hat der Hof seinen Namen.

Gerhard Frische war ein ungewöhnlicher Mann: Chirug und Krüger, jedoch kein Gastwirt. Er beherbergte die von weither zu ihm pilgernden Kranken für die Zeit der Heilung in seinem Hause, bis sie sich gesund wieder auf den Heimweg machen konnten. Er war zudem Kirchenjurat in der Kirche zu Lunsen, wo er ein eigenes Erbbegräbnis hatte.

Sein Grabmal ist ein Sandstein-Relief, das ihn als bartlosen langhaarigen Mann zeigt, links und rechts von ihm vier seiner fünf Ehefrauen. Die Inschrift auf seinem Grabmal lautet:

"Die Kunst und Wissenschaft, die mir Gott hat gegeben, hat mich so weit gebracht, dass ich in diesem Leben seit 2 mal 20 Jahr 6000 hab kuriert, laut meiner Bücher Zahl. Anitzt werd ich geführt ins Grab. So kann der Tod den Arzt und Kunst bezwingen und sie ohn Widerstand in schwarze Grüfte bringen."

Die Grabplatte wurde dankenswerterweise von Verwandten der Frische-Familie vor dem Verfall gerettet und ist noch heute erhalten. Diese befindet sich in der Mauer des ehemaligen Pferdestalls auf dem Hof Scholvin an der Syker Straße.

Am Südgiebel des Behrenhofes sieht man einen Wappenstein mit Hausspruch:

Was sorgst du noch, Gott lebet doch.

Es ist wenig Biografisches über Gerhard Frische bekannt. Sein Urgroßvater Gerhard Frsichen lebte um 1585 und war Zöllner. Auch sein Vater Hinrich, der von 1627 - 1679 lebte, war Zöllner.

Der Behrenhof ist heute in Privatbesitz.

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