Braunschweiger Straße
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Herzog-Wilhelm-Denkmal
Der steinerne Obelisk des Herzog-Wilhelm-Denkamls wurde am 19. Oktober 1900 feierlich eingeweiht.
Geehrt wurde damit 16 Jahre nach seinem Tode der Herzog Wilhelm von Braunschweig, der von 1831 - 1884 regierte und dem Thedinghausen viel verdankte. Alle Honoratioren des Amtes Thedinghausen, das seit 1681 durche einen Losentscheid in den Besitz der Braunschweig-Wolfenbütteler Herzöge gekommen war, standen in vordester Reihe. Alle Vereine waren mit ihren Fahnen angetreten und die Schulkinder des Amtes hatten schulfrei und durften zuschauen, wie der damalige braunschweigische Prinzregent Albrecht von Preußen salutierte.
Auf der Vorderseite des Ehrenmals ist ein Bronzerelief des Herzogs Wilhelm angebracht, darunter befindet sich die Regierungszeit und ein Löwenkopf. Auf der Rückseite des Obelisken steht eingemeißelt: "Sein treues Amt Thedinghausen - 1900".
Die Verdienste Herzog Wilhelms waren zweifellos bemerkenswert. Bereits im Jahre 1837 gab er seine Zustimmung für einen größeren LAndeszuschuss zum Bau der Eisenbahnlinie von Braunschweig nach Harzburg.
Als im Jahre 1841 einmal die Deiche gebrochen waren und im Amte Thedinghausen schlimme Wasserfluten großen Schaden angerichtet hatten, schaltete sich Herzog Wilhelm selbst ein. Das Wasser war in Thedinghausen so hoch, das man auf dem Steinweg von Gudewills Hof (das war vor dem heutigen Rathaus) mit einem großen Schiff fahren konnte. Horstedt, Eißel, Dibbersen, Holtrof und andere Ortschaften waren eine Zeit lang vom Wasser völlig eingeschlossen und auf dem Achkerland standen Wasserfluten mehrere Meter hoch.
Auf Veranlassung des Herzogs Wilhelm wurde damals im Lande Braunschweig eine Lotterie veranstaltet und der Reinerlös kam dem schwer geschädigten Thedinghausen zugute. In Holzminden, dem das Amt Thedinghausen in dieser Zeit verwaltungsmäßig zugeordnet war, fand sogar ein Wohltätigkeitskonzert statt, dessen Erlös dem Amte überwiesen wurde. Zu den wichtigsten Gesetzen, die während der Regierungszeit Wilhelms durch den Braunschweiger Landtag verabschiedet wurden, gehört das Gesetz der Selbstverwaltung der Städte und Gemeinden. Mit der Landgemeindeordnung wurden den Gemeinden freiheitliche Rechte gewährt und der Braunschweiger Herzog hatte bereits 1851 die Wünsche der Deutschen Revolution von 1848 erfüllt. Bald darauf wurden auch im Amt Thedinghausen Gemeinderäte und Gemeindevorsteher - wie damals der Bürgermeister genannt wurde - durch die Bevölkerung gewählt.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges, in den Apriltagen des Jahres 1945, traf eine von Achim aus abgefeuerte Granate das Denkmal und riss die obere Kante ab. Große Betroffenheit herrschte in Thedinghausen, als 1996 das Löwenrelief von dem Denkmal gestohlen wurde. Nach Vorbereitung durch das braunschweigische Landesmuseum wurde in einem Festakt 1998 eine neues Relief vom damaligenn niedersächsische Innenminister Gerhard Glogowski übergeben. Die Schenkung der Stiftung Nord LB/Öffentliche Versicherung in Braunschweig solte die alte Verbundenheit des Braunschweiger Landes mit seinem ehemaligen Amt Thedinghausen eindrucksvoll dokumentieren.