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Kirchen-Radweg

Rubrik:Fahrrad-Touren, Eintagestour
Start:Achim
Streckenverlauf:Eißel, Riede, Donnerstedt, Thedinghausen, Lunsen, Beppen, Blender, Oiste, Intschede, Daverden, Etelsen, Baden
Ziel:Achim
Länge:Rundkurs, ca. 60 km
Anfahrt:Mit der Bahn:
Aus Richtung Bremen und Hannover bis zu den Bahnhöfen Achim, Baden, Etelsen oder Langwedel

Mit dem Auto:
Über die A 27 bis zur Abfahrt Achim-Nord, dann Richtung Innenstadt
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert.
Kontakt:Landkreis Verden
Fachdienst Wirtschaftsförderung
Lindhooper Straße 67, 27283 Verden (Aller)
Tel. 04231 15-480
E-Mail: tourismus@landkreis-verden.de

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Informationen zur Tour

Von Kirche zu Kirche durch die Wesermarsch

St. Sigismund in Daverden (Foto: Jochen Mönch)

St. Sigismund in Daverden (Foto: Jochen Mönch)

Offene Kirchen

Kirchtürme sind Orientierungspunkte, gerade in einer so weiten Landschaft wie der Wesermarsch. Sie zeugen nicht nur von der Baukunst vergangener Generationen, sondern ebenso vom christlichen Glauben. Es ist erstaunlich, in welch vielfältiger Weise dieser Glaube in unseren Kirchen seinen Ausdruck gefunden hat: von der Romanik bis zur Architektur der 60er Jahre.

Sie sind eingeladen, in dieser Region, der Erholungslandschaft zwischen Weser und Heide mit ihren kulturellen und geschichtlichen Besonderheiten auf Entdeckungsreise zu gehen. Nehmen Sie Abschied vom Alltag, genießen Sie diese faszinierende Weite von Erde und Himmel. Lassen Sie sich von den weithin sichtbaren Kirchtürmen einladen, nicht nur zur Besichtigung, sondern ebenso zu Stille, Andacht oder Gebet.

Wegbeschreibung

Starten Sie Ihre Radtour in Achim. Sie können diesen ca. 60 km langen Rundkurs auch in jedem anderen an der Strecke gelegenen Ort beginnen. Parkplätze finden Sie in allen Ortschaften entlang des Radweges. Im Zentrum des "Bauernviertels", dem Ursprung der heutigen Stadt Achim, steht die 1257 erstmalig urkundlich erwähnte St. Laurentiuskirche als ältestes Gebäude der Stadt mit einer reichen Innenausstattung. Auf dem Weg zur katholischen St. Matthias-Kirche aus dem Jahre 1955, mit ihrem hellen, freundlichen Innenraum in der "Meislahnstraße" kommen Sie durch die mit historisch interessanten Gebäuden und modernen Kunstwerken und Skulpturen ausgestattete Innenstadt. Zurück an der St. Laurentiuskirche haben Sie auch einen lohnenden Blick auf das Haus Clüver in der "Große Kirchenstraße" werfen können. Vorbei an der Achimer Windmühle von 1761 gelangen Sie zur Weserbrücke, überqueren den Fluss, und die Wesermarsch liegt vor Ihnen.

Weiter geht es durch den vielleicht schönsten Abschnitt der Wesermarsch: Uralte Weißdornhecken prägen die Landschaft und bilden den Lebensraum für viele Tiere. Ein Abstecher nach Süden führt Sie zum "Gut Oenigstedt" mit seinen schönen Fachwerkhäusern. Danach erreichen Sie Riede. Im Mittelpunkt des Dorfes steht die 700 Jahre alte Kirche mit ihren einzigartigen Deckenmalereien biblischer Motive aus dem Spätmittelalter. Über Donnerstedt, auch Ort der Obstplantagen genannt, fahren Sie am "Adeligen Holz" entlang, einem kleinen Rest eines einst ausgedehnten Waldgebietes.

Jetzt ist Thedinghausen Ihr Ziel. Die Entstehung der Kirche hat eine besondere Bewandtnis: Der Bremer Erzbischof Johann Friedrich hatte den heutigen Erbhof mit Baumpark 1620 für seine Geliebte bauen lassen. Doch der Lunsener Pastor - der einzige in diesem Raum! - wetterte gegen den Sittenverfall. Um sich und seiner Geliebten dessen Predigten zu ersparen, ließ der Bischof in Thedinghausen einen ihm genehmen Pastor einsetzen. Dies war der entscheidende Schritt zur Entstehung einer eigenständigen Kirchengemeinde. Der heutige Kirchenbau wurde 1870 im Stil der damaligen Zeit errichtet. Anschauen sollten Sie sich auch den Gutshof "Poggenburg", heutiger Sitz der Samtgemeindeverwaltung. Und noch eine Besonderheit zu Thedinghausen: Von 1679 bis 1972 gehörte das "Amt Thedinghausen" zu Braunschweig.

Nun führt Sie Ihr Weg direkt zum Erbhof Thedinghausen, dem bereits erwähnten Herrensitz der Weserrenaissance. Vor der Kulisse des 400 Jahre alten Schlosses lohnt es eine Rast einzulegen. Entlang der Jahrtausendallee geht es weiter durch den Baumpark über Holtorf nach Lunsen, dessen Kirchturm der imposanteste in der gesamten Wesermarsch ist. Lunsen war lange Zeit Kirchspiel für die umliegenden Gemeinden, daher diese mächtige Kirche.

Über Beppen, am Rande eines Bruchgebietes gelegen, kommen Sie nach Gahlstorf, dem Fundort des "Gahlstorfer Ringes", ein einst aus Irland importierter Goldring. Sie haben auch die Möglichkeit, abzubiegen um mit der Personen- und Radfähre "Gentsiet" zwischen Ahsen-Oetzen und Hagen-Grinden die Weser zu überqueren und die Fahrstrecke abzukürzen. Achtung: Nur saisonaler Fährbetrieb an Wochenenden.

In Blender zeigt sich Ihnen die von Kirchenbaumeister Hellner 1827 an den älteren Turm angebaute Kirche in frischem Glanz. Beachten sollten Sie die Grabplatte zwischen Turmhalle und Kirchenschiff: Sie erinnert an den ersten evangelischen Pastor Bertram Karbuch, der vom Sohn des Küsters erschlagen wurde. Die Kirche beherbergt eine Furtwängler-Orgel aus dem Jahre 1852. Machen Sie einen kurzen Abstecher zu der an der Straße Verden - Thedinghausen stehenden sehenswerten Blender Windmühle.

Am Blender See entlang, zwischen den "Kuhlen", (beides Reste eines alten Weserarmes) erreichen Sie den südlichsten Punkt dieses Rundweges: Oiste mit der kleinsten Kirche weit und breit. Kaum zu glauben: Sie war bis Ende der 60er Jahre Sitz des Landessuperintendenten. Über Amedorf und Reer kommen Sie nach Intschede. Die heutige Kirche, 1819 erbaut im klassizistischen Stil, liegt idyllisch neben einem sehenswerten Fachwerkspeicher.

Über das Weserwehr mit seinem Laufwasserkraftwerk und die Schleusenkanalbrücke kommen Sie nach Daverden, dessen Kirche St. Sigismund Sie schon von weitem, auf einem Geestrücken gelegen, sehen. Von dort hat man einen weiten Blick über die Wesermarsch. Das Innere der Daverdener Kirche, sie wurde im 12. Jahrhundert begonnen, mit ihrem seltenen kreuzförmigen Grundriss, ist sehenswert. Einige Teile der Orgel gehen auf den berühmten Meister Arp Schnitger zurück.

Über den bewaldeten Geestrücken fahren Sie durch Cluvenhagen nach Etelsen. Hier befindet sich die jüngste der am Kirchen-Radweg gelegenen Gotteshäuser, die 1962 geweihte Kirche zum Guten Hirten. Der "Gute Hirte" steht als Statue auf der Kirchturmspitze. Nun geht es ein Stückchen bergab, vorbei an der Windmühle Jan Wind zum Schloss Etelsen mit seinem schönen Park. Hier lohnt sich ein längerer Halt. Im Park versteckt befindet sich ein neugotisches Mausoleum, das heute der Kunst dient.

Dann folgt der Weg wieder dem Lauf der Weser. Sie erreichen nun Baden, den einzigen Stadtteil Achims mit einer eigenen Kirche. Dieser schlichte Bau entstand in den 50er Jahren aus einer Friedhofskapelle, nachdem Baden so groß geworden war, dass es eine selbstständige Kirchengemeinde wurde.

Parallel zur Weser, vorbei an der "Hünenburg", einer Ringwallanlage, erreichen Sie wieder Achim, den Ausgangspunkt dieses Rundweges. Die Benutzung der Wege erfolgt auf eigene Gefahr.

Es laden Sie ein:

Seien Sie herzlich willkommen. Alle Öffnungszeiten finden Sie an den jeweiligen Kirchen auf gesonderten Hinweisen.

St. Laurentiuskirche in Achim (Foto: Stadt Achim)

St. Laurentiuskirche in Achim (Foto: Stadt Achim)

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