Landkreis Verden Navigator

Die Thänhuser Löwenspur - Ein Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten in Thedinghausen (3 km)

Rubrik:Stadt-/Ortsbesichtigungen, Wander-Touren, Kurzwanderung
Start:Schloss Erbhof
Streckenverlauf:Grabmal Engelsstatue, Eyter, Altes Amtsgericht, Herzog-Wilhelm-Denkmal, Grimmscher Park, Gasthof Niedersachsen, "Alte Apotheke", Rathaus, Packhaus, Maria-Magdalena-Kirche, Haus auf der Wurth, Ludwig-Roselius-Brücke, Behrenhof, Baumpark
Ziel:Schloss Erbhof
Länge:ca. 3 km
Dauer:1-1,5 Stunde
Schwierigkeit:Leicht
Barrierefreiheit:Die Tour ist barrierefrei.
Anfahrt:Beim Schloss Erbhof, Braunschweiger Straße 1, 27321 Thedinghausen befindet sich ein großer Schotterparkplatz sowie Fahrradabstellmöglichkeiten.
Beschilderung:Die Tour ist ausgeschildert. Löwensymbol auf Stein
Kartenmaterial:Ortsplan mit Karte Thänhuser Löwenspur erhältlich in der Tourist-Information im Schloss Erbhof oder im Rathaus, Braunschweiger Straße 10
Kontakt:Tourist-Information der Samtgemeinde Thedinghausen
Schloss Erbhof
Braunschweiger Straße 1
27321 Thedinghausen
Tel.: 04204/88-22
touristik@thedinghausen.de

Tour auf der Karte anzeigen »

Informationen zur Tour

Dieser 3 km lange Rundweg durch den Ort bringt Ihnen die Sehenswürdigkeiten Thedinghausens nahe, wie das Schloss Erbhof, das Rathausensemble mit Packhaus, das Alte Amtsgericht und viele mehr. Der Rückweg führt Sie an der renaturierten Eyter entlang zum Ausgangspunkt Schloss Erbhof und Baumpark. Somit zeigt Ihnen die Thänhuser Löwenspur die schönsten Seiten Thedinghausens in komprimierter Form. Entlang der Strecke gibt es allerhand Informationen zu den Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

Lieber Gast, Sie haben sich sicherlich schon mal die Frage gestellt: „Was ist die Thänhuser Löwenspur? Thänhusen? Löwe? Mitten in Niedersachsen?

Zur Erklärung: Thänhusen ist der plattdeutsche Name für Thedinghausen – und zum Löwen: Von 1679 bis 1972 gehörte das „Amt Thedinghausen“ zu Braunschweig. So ist also der Braunschweiger Löwe nach Thedinghausen gekommen. Auf der Thänhuser Löwenspur sollen Ihnen die Sehenswürdigkeiten in Thedinghausen näher gebracht werden. (14 Stationen). Tipp: Lassen Sie Ihre Kinder die silbernen Löwen suchen!

Der Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten in Thedinghausen startet am Schloss Erbhof (1). Hierbei handelt es sich um ein Herrenhaus, welches im Jahre 1619/20 durch den damaligen Erzbischof Johann Friedrich, Landesherr des Erzbistums Bremen und des Amtes Thedinghausen, für dessen Geliebte Getrud von Hermeling-Heimbruch erbaut wurde.

Das prächtige Bauwerk im Stil der ausklingenden Weserrenaissance gilt als herausragende Sehenswürdigkeit im Landkreis Verden. Besonders sehenswert sind die kunstvoll gestalteten Fenster, Türbogen, Turmgiebel und Ziersäulen sowie der in den Jahren 2011-2014 umfangreich restaurierte und renovierte Renaissancesaal im Obergeschoss mit bemalten Deckenbalken und handgeschnitzten Fensterstöcken.

Gehen Sie nun, vor dem Schloss stehend, nach rechts durch den Schlossgarten vorbei an dem mit einer Engelstatur geschmückten Grabmal von Antoinette Erdmann (2), Schwester des Theodor Lillie, ehemaliger Eigentümer des Erbhofs.

Durch das kleine Tor führt der Weg weiter in Richtung Ortszentrum. Sie überqueren nun die Eyter (3), die am Heiligen Berg in Bruchhausen-Vilsen entspringt und nach 18 Kilometern in Thedinghausen-Eißel am „Scharfen Ufer“ in die Weser mündet.

Rechts sehen Sie auf dem Steg am Eyterufer eine überlebensgroße Eichenholzskulptur des Künstlers Wladimir Rudolf, die im Rahmen der Kunsttage 2015 vom hiesigen Kulturverein aufgestellt wurde.

Auf der linken Seite befindet sich an der Straße am Burgplatz (Name von der einstigen Wasserburg) das „Alte Amtsgericht“ (4), das in den Jahren 1846/47 errichtet wurde und heute als Jugendzentrum der Gemeinde genutzt wird. Überqueren Sie nun die die Landesstraße und gehen vorbei am Herzog-Wilhelm-Denkmal (5) sowie einem weiteren Gedenkstein, der an die frühere Zugehörigkeit Thedinghausens zu den Ortsteilen Bürgerei, Hagen und Westerwisch erinnert, durch den Grimmschen Park (6).

Dieser wurde nach Dr. Grimm benannt, dessen Familie bis vor knapp 30 Jahren im heutigen Rathaus residierte.

Beim Spazieren durch den Park können Sie auf der linken Seite zwei schön restaurierte Fachwerkgebäude an der Straße erkennen: den Gasthof Niedersachsen (7), einst ein adeliger freier Burgsitz, der von den Rittern von Spade in den Jahren 1295-1560 bewohnt wurde, daher auch „Spadenhof“ genannt und die 1814 erbaute „Alte Apotheke“ (8), die bis 1926 als Apotheke genutzt wurde.

Sie erreichen als Nächstes das Rathaus (9), ein großes Herrenhaus, das in der Blütezeit des Handelshauses um 1811 errichtet wurde. Sehenswert ist hier die Revolutionsfahne von 1848 am Treppenaufgang im Foyer.

Das Rathaus (9) bildet mit dem Packhaus, der Scheune und dem achteckigen Taubenturm ein Gebäudeensemble, welches vom Rathausplatz aus bewundert werden kann und eine Geschichte bis ins Mittelalter besitzt.

Damals existierte hier ein alter Burgmannssitz, Poggenburg genannt. Das heute noch vorhandene Packhaus wurde 1796 errichtet, als die Eyter noch schiffbar war. In den oberen Etagen sind heute noch die Packböden vorhanden und eine große, handgetriebene Winde für die Waren. Das Warenangebot war vielfältig und reichte von Leinen, Garn und Farben über Gewürze, Lebensmittel bis hin zu Hufeisen, Violinsaiten und Schießpulver.

1855 ließ Dr. Wilhelm Grimm ein Glockentürmchen mit einer Uhr und einem türkischen Halbmond, zu Ehren seiner türkischen Großmutter auf dem Dach anbringen.

Gehen Sie nun vom Rathausplatz aus nach links die wenigen Stufen zur Bürgerstraße hinunter zur Maria-Magdalena-Kirche.

Tipp: Bevor der Rundgang Sie weiter entlang der Kirche führt, haben Sie die Möglichkeit einen Abstecher in die Braunschweiger Straße durch den Ort zu unternehmen, um in einem der gemütlichen Cafés zu verweilen oder in den Geschäften bummeln zu gehen. Anschließend können Sie den Rundgang auf der Thänhuser Löwenspur fortsetzen.

Die Maria-Magdalena-Kirche zu Thedinghausen (10) wurde 1870 aus Ziegelsteinen im Stil der damaligen Zeit errichtet. Der Weg führt Sie weiter über den Friedhof geradeaus durch die Pforte entlang der Pferdekoppel in den Bäckerweg. Hier gehen Sie dann nach rechts zum „Haus auf der Wurth“ (11). Anfang der 90er Jahre wurde der alte, an dieser Stelle stehende Handkötnerhof grundlegend saniert. Heute wird dieses Gebäude als Nachbarhaus genutzt.

Gehen Sie nun weiter entlang des „Eyterstegs“. Überqueren Sie die Roselius-Brücke, doch werfen Sie vorher noch einen Blick auf die Infotafeln mit der früheren Hochwassermarke (12) und der Eyterrenaturierung. Wer möchte, kann auch noch einen Abstecher zum „Behrenhof“ (13) machen, den der berühmte Doktor Frische im Jahre 1700 erbauen ließ.

Anschließend führt Sie der Rundgang über „Kirchwiehe“ durch die Eyterniederung. Hier wurde die Eyter auf einer Länge von 1,9 km durch die Schaffung naturnaher Randsäume im Uferbereich aufgewertet und durch den Einbau von Buhnen erhielt sie ihren natürlichen Fließgewässercharakter zurück. Genießen Sie den Ausblick auf das Wasser und die Kopfweiden, die typisch für diese Region sind.

Nun haben Sie die Möglichkeit entweder auf der Straße oder den unbefestigten Weg direkt am Ufer der Eyter entlang zurück zum Erbhof zu gehen.

Dort angekommen, gehen Sie die Auffahrt über das historische Kopfsteinpflaster entlang in Richtung Baumpark (14). Ihr Rundgang schließt mit einem Spaziergang durch das schöne Arboretum am Schloss Erbhof ab, welches verschiedene Laubbaumarten- und Sorten der gemäßigten Breitengrade beherbergt sowie einen Kinderspielplatz und Bänke, die zum Entspannen in der Natur einladen.

Lassen Sie den Ausblick auf das imposante Gebäude zum Ende Ihres Rundganges noch einmal auf sich wirken.

« zurück zur Übersicht »